Piraten Potsdam-Mittelmark setzen sich weiterhin für Geburtsstation in Bad Belzig ein

Ein Jahr nach Schließung der Geburtsstation in Bad Belzig ist die Anzahl an Hausgeburten im Hohen Fläming stark angestiegen. 1.]
Mittlerweile entbinden im Hohen Fläming genauso viele Frauen zuhause wie im Ernst von Bergmann Klinikum Potsdam. Mit 12 % schlagen die Hausgeburten bei den Entbindungen zu Buche und sind damit mittlerweile auf Platz 3 der Entbindungen in der Region geklettert. Nur das Klinikum Brandenburg mit 27% und das Klinikum Wittenberg mit 31% werden von den werdenden Müttern nach der von Doktor Burkhard Kroll erstellten Statistik noch mehr genutzt.
 
Soll eine immer weiter steigende  Anzahl an Hausgeburten nun die Zukunft im Hohen Fläming sein? 
Ärzte der Region sehen den Trend mit Skepsis. Hausgeburten im Hohen Fläming können auf Grund ihrer Entfernung zum nächsten Klinikum keine klinische Entbindung ersetzen und stellen ein vermeidbares Risiko dar
In der Bundesrepublik Deutschland liegt der Anteil der Hausgeburten bei unter 2 Prozent. Genaue Zahlen hierzu gibt es nicht, da es für Hausgeburten kein eigenes Register gibt. 2.] 
Dass der Anteil der Hausgeburten im Fläming nun mittlerweile bei 12 % liegt, ist augenscheinlich auf die  Schließung der Geburtsstation in Bad Belzig zum 01.April 2015 zurückzuführen.
Andreas Schramm, Landratskandidat der Piraten dazu: “ Am 26.02.2015 hat der Kreistag Potsdam-Mittelmark einstimmig seinen grundsätzlichen Willen zum Erhalt der Geburtsstation des Ernst von Bergmann-Klinikums am Standort 
Bad Belzig bekundet, sofern ausreichend geeignetes Fachpersonal verlässlich zur Verfügung steht. Eine Umsetzung des vom Kreistag bekundeten Willens zum Erhalt der Geburtsstation durch Landrat Blasig ist bis heute nicht einmal ansatzweise erkennbar. Dies ist für die werdenden Mütter im Hohen Fläming nicht nur äußerst ärgerlich, sondern stellt auch ein vermeidbares Risiko für sie und die Kinder dar.“
Mathias Täge, 2. Vorsitzender der Piraten Potsdam-Mittelmark ergänzt. „Bei der Schließung der Geburtsstation wurde immer wieder darauf verwiesen, dass es zwischen dem Ernst von Bergmann Klinikum (Bad Belzig) und dem Mutterhaus in Potsdam einen Shuttleservice gebe und Frauen ja auch unproblematisch mit den Rettungswagen nach Potsdam zum entbinden gebracht werden können. Nun kann man als Mann nur bedingt nachempfinden, was eine derartige Fahrt für die werdenden Mütter für eine Belastung ist. Ich selber musste allerdings letztes Jahr einmal mit einem Rettungswagen von Bad Belzig nach Potsdam zu einer Notoperation gebracht werden. Die Fahrt dauerte über eine Stunde. Für eine Entbindung empfehlen Frauenärzte, dass die Fahrt zum Klinikum nicht länger als 30 Minuten dauern sollte, um Risiken für die werdende Mutter und das Kind gering zu halten. Für mich war die Fahrt nach Potsdam eine extreme Belastung. Eine solche Belastung wird nun auch den schwangeren Frauen in der Region Fläming zugemutet. Dass sich da viele Frauen trotz des Risikos lieber für Hausgeburten entscheiden, kann ich nachvollziehen.“ 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Beschluss vom 26.02.2015 zu Top 7.2, Kreistag Potsdam-Mittelmark
Der Kreistag beschließt:
1. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark bekräftigt als Gesellschafter aus strukturpolitischen Gründen seinen 
grundsätzlichen Willen zum Erhalt der Geburtsstation des Ernst von Bergmann-Klinikums am Standort 
Bad Belzig, sofern ausreichend geeignetes Fachpersonal verlässlich zur Verfügung steht.
Abstimmungsergebnis Punkt 1:  bei namentlicher Abstimmung einstimmig beschlossen 
hatte  letztes Jahr das Vergnügen, dass ich mit starken Nierencholiken erst  ins KH EvB Bad Belzig und dann bei massiver Verschlechterung zu einer  Not-OP nach Potsdam verlegt wurde. Nicht nur, dass die Fahrt bei  normalen Berufsverkehr eine Stunde dauerte, und damit doppelt solange  wie es Frauenärzte für eine Entbindung emfehlen. Dort heißt es aus  medizinischer Sicht, dass eine solche Fahrt nicht länger als 30 Minuten  dauern darf, da sonst Frauen und Kind sterben können. Die Fahrt an sich  war auch eine extreme Belastung. Und dies wird nun allen schwangeren  Frauen in der Region Fläming zu gemutet. Dass sich da die Frauen lieber für Hausgeburten entscheiden, kann ich unter dem Gesichtspunkt mehr als nachvollziehen.“ 

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